Podcast kreativ[ge]recht - 002 Bild bei Facebook gepostet – Alle Recht futsch?

Die Würfel sind gefallen und wir haben uns entschlossen, künftig alle 14 Tage eine neue Podcast Folge zu bringen. Hier kommt unsere erste Frage-Antwort (deutlich cooler: Q&A) -Folge, bei der es darum geht, ob Ihr es zu akzeptieren habt, dass sich Dritte Eure Bilder bei Facebook & Co schnappen und damit Kasse machen.

Die konkrete Frage lautet:

„Ich habe ein Bild Facebook gepostet. Nun stelle ich fest das eine Zeitung dieses Bild nutzt, um in ihren digitalen und wahrscheinlich auch den Print Kanälen über die darauf abgebildete Person zu berichten. 

Liegt hier ein Urheberrechtsverstoß vor (ich habe ja nur für die Nutzung auf Facebook zugestimmt)?"

Kurz zusammengefasst: JA!

Sehen wir uns mal die Nutzungsbedingungen von Facebook an: 

„Für Inhalte, die durch Rechte am geistigen Eigentum geschützt sind, wie Fotos und Videos (IP-Inhalte), erteilst du uns ausdrücklich nachfolgende Genehmigung, vorbehaltlich deiner Einstellungen für Privatsphäre und Apps: Du gewährst uns eine nicht-exklusive, übertragbare, unterlizenzierbare, gebührenfreie, weltweite Lizenz für die Nutzung jedweder IP-Inhalte, die du auf bzw. im Zusammenhang mit Facebook postest (IP-Lizenz).“

Das wesentliche Wort hier ist „uns“. Uns bedeutet, dass die Betreiber von Facebook dieses – zugegeben recht umfangreiche - Recht erhalten und nicht die Herausgeber einer Tageszeitung. Zwar ist das Nutzungsrecht, das Ihr Facebook einräumt, übertragbar und unterlizenzierbar, aber mal ehrlich, wer glaubt denn wirklich daran, dass Facebook einer bayerischen Tageszeitung Bilder schenkt? Richtig: keiner!

Dennoch stellen wir fest, dass die ungefragte (und damit in der Regel rechtswidrige) Verwendung von Bildern aus sozialen Netzwerken immer mehr zur gängigen Praxis wird. Die Ausreden dafür sind stets ähnlich und gehen in die Richtung, man habe nicht gewusst, dass man das nicht dürfte oder man sein davon ausgegangen, dass der Ersteller des Bildes damit einverstanden sei, dass man sich das Bild nimmt.

Am Ende haben wir aber den Eindruck, dass die Verwender schon von Anfang an ziemlich genau wissen, was Sie da tun und ein ganz kalkuliertes Risiko eingehen. Meldet sich der Urheber des verwendeten Bildes nicht, geht die Rechnung auf und die Verwendung war „gratis“. Meldet sich mal einer, versucht man ihn mit einem minimalen Honorar abzuspeisen oder – auch das hatten wir schon – lässt sich verklagen und zahlt erst am Ende eines langen Gerichtsverfahrens ein angemessenes Honorar für die Verwendung.

Zusammengefasst dürfte es also eher die Einstellung der Verwender und die Tatsache sein, dass das oben genannte kalkulierte Risiko sich zu rentieren scheint, die zu der immer frecheren Verwendung Eurer Inhalte führt. Wir sind felsenfest davon überzeugt, dass diese sich mit jeder unberechtigten Nutzung, die nicht geahndet wird, ein klein wenig verfestigt.

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Hier könnt Ihr Euch die Folge direkt anhören.

 

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Wenn Ihr mögt, bewertet den Podcast gerne bei iTunes!

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