25.000,00 € Schadensersatz für unberechtigte Bildbearbeitung

In einem von unserer Kanzlei betreuten Fall ging es um eine Vielzahl von Produktfotos, die ein nun wohl ehemaliger Kunde unseres Mandanten (Fotostudio) vor einigen Jahren gekauft hatte. Der Kunde benötigte aufgrund neuer Produkte offensichtlich neue Bilder und entschloss sich dazu, diese nicht noch einmal anfertigen zu lassen, sondern beauftragte einen Dienstleister damit, die neuen Produkte in die alten Hintergründe einzuarbeiten. Die damit wohl erhoffte Kostenersparnis hat sich aber spätestens nach dem Einschalten unserer Kanzlei in Luft aufgelöst.

Die Arbeit an sich schien gelungen und die neuen Produkte glänzten auf der Website des Kunden. Dieser hatte allerdings § 23 UrhG übersehen, der ausdrücklich regelt

㤠23 Bearbeitungen und Umgestaltungen

Bearbeitungen oder andere Umgestaltungen des Werkes dürfen nur mit Einwilligung des Urhebers des bearbeiteten oder umgestalteten Werkes veröffentlicht oder verwertet werden. Handelt es sich um eine Verfilmung des Werkes, um die Ausführung von Plänen und Entwürfen eines Werkes der bildenden Künste, um den Nachbau eines Werkes der Baukunst oder um die Bearbeitung oder Umgestaltung eines Datenbankwerkes, so bedarf bereits das Herstellen der Bearbeitung oder Umgestaltung der Einwilligung des Urhebers.“

Zudem war in den wirksam einbezogenen AGB unseres Mandanten auch klar geregelt, dass die Bearbeitung der Aufnahmen nur mit seiner Zustimmung erfolgen durfte.

Nachdem § 97 UrhG ausdrücklich auch an die „Verletzung eines anderen nach diesem Gesetz geschützten Rechts“ nennt, durfte angenommen werden, dass jede einzelne Bearbeitung für sich gesondert Ansprüche unseres Mandanten auf Unterlassung und Schadensersatz auslöst.

Nachdem wir für unseren Mandanten eine urheberrechtliche Abmahnung ausgesprochen hatten, ging alles recht schnell und die Parteien einigten sich auf eine Schadensersatzzahlung von insgesamt 25.000,00 € zugunsten unseres Mandanten. Daneben wurden auch die Kosten unserer Beauftragung von der Gegenseite übernommen.

Dieser Fall soll zeigen, dass nicht nur die unberechtigte 1:1 Verwendung von urheberrechtlich geschützten Fotografien Ansprüche des Urhebers auslöst, sondern auch die Bearbeitung ohne die Zustimmung des Fotografen Ansprüche nach dem UrhG auslöst.

Zurück

nach oben
Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklärst du dich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden Mehr Infos