Ein Blick in die Anwaltstasche - Hardware

Heute widme ich mich mal einem Thema, das mit Recht relativ wenig zu tun hat. Meinem Hardware-Setup.

Wer mich kennt, weiß, dass auf den meisten meiner technischen Geräte ein angebissener Apfel zu sehen ist. Eines dieser Geräte hat allerdings meinen Anwaltsalltag sehr positiv beeinflusst – mein iPad Pro 12,9 Zoll, mit dem ich diesen Post verfasse und dem ich ihn auch widmen möchte.

Ich glaube, ich war einer der wenigen, die bei der Vorstellung des Riesen-iPad nicht den Kopf geschüttelt und „was soll ich denn mit so einem großen Tablet machen“ gemurmelt hat. Ich habe stattdessen eine Träne verdrückt und mir war sofort klar, für einen derartig spektakulären Job wie den des Anwalts, ist dieses Gerät wie gemacht. Doch nun im Einzelnen, was mache ich wann mit dem iPad Pro:

1. Notieren / Besprechungen

Ich habe mir, nachdem die ersten Lieferschwierigkeiten überwunden waren, umgehend den Apple Pencil geholt, nachdem ich vorher schon großteils auf analoge Notizen verzichtet habe und das Thema Notizen mich ständig beschäftigt. Ich war und bin noch stets auf der Suche danach, wie ich durch die Art zu notieren meinen Alltag erleichtern und geschäftlich weiterkommen kann. Mittlerweile notiere ich ausschließlich auf dem iPad und bin dank der guten Performance des Pencil auch keine Sekunde über fehlendes „Papiergefühl“ traurig.

Entwarnung an meine Mandanten: so gut wie alle Notizen werden lokal auf meinem iPad gespeichert und landen nicht in der Cloud. Zum Notieren verwende ich die hauseigene App von Apple, da ich deren Einfachheit mag, mit der ich noch ein wenig das Gefühl habe, mit einem blanko Notizbuch zu arbeiten.

2. Gerichtstermine

Bei Gerichtsterminen lade ich den PDF-Export meiner Akte in der Kanzlei auf das iPad und kann dank Split-Screen und der satten Größe des Tablets immer noch gut leserlich durch die Akte blättern und parallel im zweiten Fenster komfortabel mit dem Apple Pencil notieren, was es wert ist, nachher in der Akte zu landen. Absoluter Joker: als Beck-Online Nutzer habe ich die Möglichkeit, auch mal kurz während einer Sitzung im Kommentar zu blättern. Als App zur Verarbeitung von PDF-Dateien nutze ich PDF Expert. Die App wurde rasch auf die Verwendung mit dem Apple Pencil optimiert und lässt keine Wünsche offen. Ich kann die Gerichtsakte vor dem Termin noch einmal durchgehen und Lesezeichen setzen sowie handschriftliche Markierungen und Notizen einfügen.

3. Unterwegs

Textlastige Geschichten bearbeite ich seitdem ich mir das Smart Keyboard geholt habe, sehr (sehr) gerne auf dem iPad. Nachdem ich beinahe ausschließlich mit der Bahn zu auswärtigen Terminen fahre und mein iPad sowieso immer dabei ist, kann ich die Fahrerei, die aus dem Anwaltsleben leider nicht wegzudenken ist, produktiv nutzen. Ich habe die Möglichkeit, komfortabel Artikel zu schreiben, Mails zu beantworten und vieles mehr. Auf längeren Reisen und mit WLAN-Anbindung kommt es zwischendrin auch schonmal vor, dass eine Folge meiner Lieblingsserie dazwischengeschoben wird... Das Wichtigste neben dem Nutzen von Fahrzeiten ist, dass ich mit dem iPad stets mit leichtem Gepäck unterwegs bin. Der Pilotenkoffer (dessen Berechtigung ich bei Nicht-Piloten offen gestanden ohnehin nie so richtig verstanden habe) wird somit hoffentlich nie Einzug in mein Leben halten.

4. Homeoffice

Ich versuche es zu vermeiden, aber wenn ich von zuhause aus arbeite, dann mit dem iPad. Ich habe bewusst keinen Zugriff auf meine Akten, wenn ich nicht in der Kanzlei bin, aber alles, was sonst so anfällt, kann ich ebensogut mit dem iPad erledigen.

5. Fazit

Jaja, Apple-Fanboy – richtig!

Aber eins ist klar, seitdem ich das iPad Pro habe, kann ich mir nicht mehr vorstellen, mit Papierakten, die es in meiner Kanzlei ohnehin nicht gibt, zu Gericht zu marschieren oder auf einem Block zu notieren und diesen Zettel dann scannen zu lassen. Ehrlich gesagt verspüre ich manchmal den Drang, Kolleginnen und Kollegen, die noch analog unterwegs sind, an den Schultern zu packen und zu schütteln. Aber ich schätze mal, das gehört sich nicht. Und es ist ja schließlich auch das gute Recht eines jeden, den Weg zu gehen, mit dem er sich wohl fühlt.

Ich hatte vorher schon ein iPad in Benutzung und war zwischenzeitlich zu einem Samsung Galaxy Note 10.1 gewechselt. Alles nicht schlecht, aber nicht optimal. Jetzt schon und ich kann tatsächlich nur jeder Kollegin und jedem Kollegen empfehlen, sich das Riesentablet mal anzusehen. Kein technisches Gerät hat meinen Job bisher so positiv beeinflusst.

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