Bilderklau - wir schützen Ihre Rechte - weltweit, unkompliziert, risikofrei und die Höhe Ihrer Forderung können Sie sich vorher selbst aussuchen!

Nein, das ist nicht unser neuer Kanzlei-Claim sondern scheint mir aktuell das Credo einiger Firmen zu sein, die auf dem wachsenden Markt rund um das Thema Bilderklau entstehen. 

Eins vorab: ich habe nicht das geringste Problem mit nichtanwaltlichen Dienstleistern auf diesem Gebiet. Ganz im Gegenteil. Viele meiner Mandanten arbeiten zum Teil seit Jahren gut und vertrauensvoll mit solchen Dienstleistern zusammen und haben hiervon einen echten Mehrwert. Sei es bei der Suche nach geklauten Bilder oder etwa auch der Sicherung von Beweisen. 
Wenn ich aber Werbemails von meinen Mandanten weitergeleitet bekomme, in denen angepriesen wird, dass man Forderungen nach Bilderklau, die sich der Fotograf der Höhe nach selbst aussucht, in über 140 Ländern effektiv und risikofrei durchgesetzt bekäme, kann ich nicht anders, als das zu thematisieren. 
 
Wie soll das funktionieren? So schaffe ich es doch gerade einmal, Bilderdiebe im deutschsprachigen Ausland zur Strecke zu bringen und - natürlich kommt es wie immer drauf an - auch schonmal im fremdsprachigen europäischen Ausland einen Treffer erziele. Ich kämpfe tagtäglich mit der internationalen Zuständigkeit von Gerichten und der Frage, wie man einen Titel im Ausland vollstreckt bekommt. Ist das alles vergeudete Zeit und die gerichtliche Durchsetzung völlig unnötig? Ist das Geschäftsmodell Anwalt in diesem Bereich etwa überholt und hemmt die Anwaltszulassung die Effektivität im Bereich der Bekämpfung von Bilderklau im Ausland? 
 
Auf Nachfrage meinerseits, ist die "vollautimatisierte Durchsetzung" bei diesem Dienstleister das Versenden von Emails an den Bilderdieb. Deutlich cooler als ein Anwaltsbrief oder eine spießige Klage. Doch ob etwa ein Schuldner in China diese Coolness mit dem Zücken seiner Brieftasche würdigen wird, wage ich zu bezweifeln. 
 
Hinsichtlich eines anderen Dienstleisters berichtet mir ein Fotograf, dass eine Einigung mit einem Bilderdieb gerne auch mal so aussieht, dass man sich bei 150 Dollar auf Basis einer Forderung in ursprünglich vierstelliger Höhe vergleicht. Zieht man hier noch den Share des Dienstleisters ab, könnte man sich schon beinahe überlegen, ob man seine Zeit hier nicht gänzlich hätte gewinnbringender Investieren können. 
 
Aber halt, ein elementarer Vorteil bleibt zumindest laut Aussage eines anderen Dienstleisters noch bestehen: Aus dem Bilderdieb, dem man ja gerade sein Bild im Wege der nachträglichen Lizenzeinräumung quasi verkauft hat, wird im Handumdrehen ein neuer Kunde. Hand aufs Herz: wieviele von Euch habe Kunden in über 140 Ländern und wieviele davon haben Euch zum Start der Kundenbeziehung erst einmal beklaut und sich nach Bezahlung des geklauten Bildes dazu entschieden, künftig mit Euch zusammenzuarbeiten?
 
Auf dem Gebiet ist momentan viel in Bewegung, was meiner Meinung nach grundsätzlich etwas Gutes ist. Dennoch abschließend meine Empfehlung: es ist nicht alles Gold was glänzt. Sicherlich gibt es Fälle, in denen man mit nichtanwaltlichen Dienstleistern gut bedient sein kann. Aber wenn ich eines in den vergangenen Jahren und bei der Bearbeitung einiger hundert solcher Fälle gelernt habe, dann ist es, dass es das Allerweltsheilmittel nicht gibt. Jeder Fall hat seine Besonderheiten und muss auch hinsichtlich dieser bearbeitet werden, um ihn bestmöglich abzuschließen. Mit automatisiertem Einheitsbrei wird man daher nicht weit kommen und nicht jeder Abschluss eines Falls ist gleichzeitig auch zwingend ein erfolgreicher. Haltet also die Augen offen und informiert Euch gründlich, bevor Eure Wahl auf einen solchen Dienstleister fällt!

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