Auftragsflaute? - Zeit, sich mal den Nutzungsrechten zu widmen!

Das Thema Nutzungsrecht wird von Kreativen oftmals recht stiefmütterlich behandelt. Und das zu Unrecht, denn mit einer durchdachten Regelung im Vertrag sorgt Ihr dafür, dass Ihr für Euer Werk auch das vergütet bekommt, was rechtlich möglich ist. Und das ist eine ganze Menge!

Wer sich um die Nutzungsrechte nicht kümmert und somit auch nichts Konkretes mit dem Auftraggeber vereinbart, überträgt jene Rechte, die dem jeweiligen Vertragszweck entsprechen. Wenn z.B. jemand Hochzeitsfotos erstellen lässt, dann kann man davon ausgehen, dass sie auf der Website oder auf den Accounts des Paares in den sozialen Medien auftauchen. Doch was ist, wenn das Paar sie auf einer Stockfoto-Seite weiterverkauft oder man das Foto der Hochzeitstorte plötzlich auf der Website des Catering-Services entdeckt?

Und da liegt vermutlich die Krux, warum viele Kreative sich scheuen, das Thema Nutzungsrechte explizit zu regeln. Ihre Kunden gehen nämlich oftmals davon aus, dass mit der Bezahlung von jeweiligem Stunden- oder Tagessatz oder der Pauschale für das jeweilige Werk die vom Kreativen erstellten Fotos (oder z.B. auch Texte) inklusive sämtlicher Rechte "eingekauft" sind und sie damit fortan machen können, was sie wollen. Im B2B-Bereich ist es natürlich anders, doch wer Fotos für Privatleute (Verbraucher) macht, muss diese in der Regel erstmal darüber aufklären, wie es sich mit den Nutzungsrechten rechtlich und preislich verhält. Laienhafte Vorstellungen darüber kann man dem Kunden nicht vorwerfen, denn es ist Sache des Fotografen, dies vorab klar zu kommunizieren.

Und so gibt es auf beiden Seiten teils viel Unwissen, Halbwissen oder falsche Vorstellungen zum Thema Nutzungsrechte. Doch so komplex ist das Thema gar nicht. Hier also das Wichtigste in Kürze:

Die Nutzungsrechte des erstellten Werks (z.B. eines Fotos) können in dreifacher Hinsicht lizenziert und entsprechend preislich gestaffelt werden:

  • inhaltlich (z.B. für 250 Flyer, für eine Website, Weitergabe an Dritte)
  • zeitlich (z.B. für die Dauer einer Messe, für ein Jahr, für immer)
  • räumlich (z.B. regional beschränkt oder weltweit)

Der Vorteil für den Kunden liegt darin, dass er bei einer transparenten Regelung der Nutzungsrechte auf der sicheren Seite ist. Wenn die Nutzungsart bei Übersendung des Werks nicht zwischen den Vertragsparteien kommuniziert wird, wird eben nur jene Nutzungsart eingeräumt, die den Umständen nach zu erwarten war. Das ist rechtlich denkbar schwammig und so ist die Rechtslage für den Kunden unklar.

Je größer die Reichweite, desto höher der Preis. Wer dem Besteller ein ausschließliches Nutzungsrecht einräumt, kann ggf. die Nutzungsart oder die Übertragung der Nutzungsrechte durch den Besteller an Dritte noch individuell beschränken. Insbesondere ist zu beachten, dass man sich (also sich selbst, als Urheber) in dieser Konstellation die Nutzung explizit vorbehält. Doch ein so weit gefasstes und entsprechend kostspieliges Nutzungsrecht brauchen vermutlich die wenigsten Besteller. Es gilt, den konkreten Bedarf des Auftraggebers zu erfragen.

Das setzt natürlich voraus, dass man miteinander spricht. Ihr braucht nicht dem Irrglauben zu unterliegen, man sei "unbequem", wenn man sowas regelt und vorab anspricht. Im Gegenteil: Es zeugt vielmehr von hoher Professionalität. Wenn das Preisgefüge angemessen gestaltet ist, wird der Kunde auch nicht zum Mitbewerber laufen, der vermeintlich "unkomplizierter" ist. Und wenn, dann war's nicht Euer Kunde! Sofern Ihr nicht Mondpreise aufruft und gute Qualität liefert, ist die vertragliche Regelung und Kommunikation derartiger Klauseln völlig normal, sowohl im Interesse des Kreativen (Preis) als auch im Interesse des Kunden (Rechtssicherheit). Letzteres muss dem Kunden nur - mit ein wenig Charme und Verhandlungsgeschick - verklickert werden. Viele Eurer Kollegen fahren bestens damit und erzielen so ein solides Einkommen, weil sie die Möglichkeiten des Urheberrechts voll ausschöpfen. Und, mal im Ernst: Pfennigfuchser möchte man doch ohnehin nicht unter seinen Kunden haben, oder?

 

Tipps zum Reinhören und Weiterlesen:

 

Podcast: Alles über Nutzungsrechte und Social Media:

https://deubelli.com/news-details/podcast-kreativgerecht-alles-ueber-nutzungsrechte-und-social-media.html

Artikel: Drei Gründe, wieso man Nutzungsrechte verkaufen sollte:

https://deubelli.com/news-details/drei-gruende-wieso-man-nutzungsrechte-verkaufen-sollte.html

Wer gleich loslegen möchte mit dem kostenfreier Nutzungsrechte Generator:

https://rights-managed.de/der-nutzungsrechte-generator/

 

Bei Fragen zum Thema Nutzungsrechte könnt Ihr Euch auch immer gerne direkt an uns wenden. Die Ersteinschätzung ist dabei wie immer kostenfrei und wir weisen darauf hin, bevor Kosten entstehen.

Texte: Julia Torner

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